Frühlingszeit = Aufräumzeit — Ganz nach diesem Motto entrümpelte ich, gemeinsam mit meinem WG-Kollegen, das Kellerabteil.

Was man(n) da alles fand – lauter Krimskrams, den eigentlich niemand mehr braucht und trotzdem noch irgendwie seine Zeit im dunkeln Kellerabteil absitzt oder Dinge, von denen man gar nicht wusste, dass sie noch existieren.
Unter diese Kategorie geht meine Sammlung von Brillen, die mich seit meiner Kindheit begleiten.
Leider sind die ganz alten Modelle verschollen. Die Modelle, welche aber im Zeitraum von 8 Jahren das Dasein auf meiner Nase fristeten, sind noch vorhanden.

Es ist Zeit für eine kleine Zeitreise:

Auf gehts…

Winter 1996

Ca. 2000 — 2005

Ca. 2006 — 2007

Anfangs 2008 — März 2010

März 2010 — März 2012

Seit April 2012

Und falls sich nun jemand fragt, wieso kein Bild von der grossen Retro-Brille zu sehen ist – ganz einfach – es gibt keines.

Diese Brille wurde von der Schweizer Armee für meine RS hergestellt. Da ich aber meiner Wehrpflicht im Dienste des Zivilschutzes nachkomme, brauche ich diese auch nicht zu tragen.

Warum ich keine Kontaktlinsen benutze?

Ganz einfach – für mich gehört die Brille einfach zu mir. Wenn man seit fast 18 Jahren immer mit Brille durch das Leben geht, fühlt man sich ohne so “nackt” und nicht vollständig angezogen.

Wie kam es überhaupt dazu, dass ich eine Brille tragen muss?

Angefangen hat alles schon im Säuglingsalter — ich schielte mit meinem linken Auge schon von Geburt an. Da eine Operation erst im Alter von 6 Jahren durchgeführt werden konnte, musste ich bis dahin in die Sehschule und von Zeit zu Zeit mit den typischen Augenabdeckpads herumlaufen. Nach der Operation war ich Stammgast beim Augenarzt und in der Sehschule. Immer wieder ein Auge abdecken und mit dem anderen sehen. Dann die Tortur mit den Augentropfen, welche die Pupillen vergrössern — so konnte der Arzt meine Augen kontrollieren, ich aber sah anschliessend für den Rest des Tages alles nur noch verschwommen. Einziger Vorteil: Ich konnte keine Hausaufgaben mache.

Das Schielen ist seither weg — ab und zu sieht man noch, wenn ich übermüdet bin, dass das linke Auge mal gegen oben schweift. Ich selbst merke das nicht, einmal Augen fest zu machen und es geht wieder.
Die Hornhautverkrümmung und Sehunschärfe ist geblieben, daher auch die Brille.
Was nur wenige wissen — durch das Schielen wird das räumliche Sehvermögen (auch Stereosehen gennant) beeinträchtigt. Das heisst, ich musste lernen, dass meine beiden Augen das Bild das sie jeweils sehen zu einem Bild zusammenfügen — daher die Sehschule. Was aber geblieben ist, dass ich im Distanzen einschätzen „handicapiert“ bin. Das merkt man vor allem bei Ballsportarten, wenn der Ball gezielt gespielt werden sollte.
Beispielsweise im Volleyball, wo ich öfters mal in die Luft schlage statt den anfliegenden Ball zu treffen (sorry). Trotzdem macht mir der Sport sehr viel Spass — ich sage mir einfach „Mitmachen & Spass haben ist Hauptsache“!

Schon im Kindergarten eine Brille zu haben, war nicht immer ganz einfach für mich. Da ich unter allen Kindergartenkinder der einzige mit Brille war, bekam ich das auch zu spüren. Der Rufname “Brillenschlange” war an der Tagesordnung. Wer anders als die anderen ist, wird darauf aufmerksam gemacht – meist nicht mit nett gemeinten Worten.
Heute bin ich froh, dass ich nicht so ein 0815-Typ bin und stehe zu meinem “Anderssein” – den Normal sein ist langweilig! :)

Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird — diese Kunst, wie sie im Spruch von Winston Churchill genannt wird, habe ich gelernt zu beherrschen. Gebt nicht auf und kämpft für eure Träume und Wünsche!