Ich wurde durch meinen WG-Mitbewohner auf einen spannenden Artikel im Tagesanzeiger aufmerksam gemacht. Dieser regte mich zum Nachdenken an und daher beschloss ich, meine Meinung & Ansicht zu diesem Artikel zu schreiben.

Im Artikel wird unter anderem über zwei Teenies im Alter von 15 & 16 geschrieben, welche ihr Leben schon recht streng durch die Fitnesswelt beeinflussen lassen. Als Grund nennen sie, dass sie nicht dick werden und bei den Mädchen besser ankommen wollen.

Unbestritten, die Frauenwelt hat meiner Meinung nach in den letzten Jahren die Ansprüche an die Männerwelt hochgeschraubt. Genügte früher Intelligenz, Charme und Humor, spielt heute auch das Äussere eine grössere Rolle, also ein möglichst schön durchtrainierter Körper sollte es sein.

Klar, dazu stehe ich, auch ich trainiere unter anderem für ein besseres und muskulöseres Aussehen. Was aber wesentlich wichtiger ist, dass durch das Training die Gesundheit gefördert, die allgemeine Fitness gesteigert wird und man beispielsweise Rückenbeschwerden, wie ich sie von der Büroarbeit kenne, entgegenwirkt. Zudem steigert es auch das Selbstwertgefühl, denn man ist zufriedener mit sich selber.

Der Satz „Darum hat er Anfang Jahr begonnen, zusätzlich spezielle, sauteure Proteinpräparate, die er im Fitnessstudio kauft, einzunehmen.“ löst bei mir gewisses Unbehagen aus. Im Alter von 15 Jahren schon zu Nahrungsergänzungsmittel zu greifen, finde ich persönlich definitiv nicht sinnvoll! Habe aber auch den Verdacht, dass das unter anderem auch von einer mangelnden Information über die ganze Fitnesswelt respektive Ernährung kommt.
Was ich aber sagen muss, das Prädikat „sauteuer“ ist zwar — für Taschengeldniveau — korrekt, wenn man das Ganze aber ein bisschen distanziert betrachtet, komme ich zum Entschluss, dass anderen Jugendlichen in diesem Alter mit dem Geld beispielsweise Fussball- oder sonstige Sammelbildchen kaufen oder schlimmer noch es für Zigis & Alk ausgeben, dort schreit dann aber kein Hahn danach.

Mythos Sixpack — hier gehe ich mit dem Artikel einig. Sicherlich hätte ich gerne ein klar definiertes Sixpack, aber ich will mein Leben nicht mit irgendwelchen Diäten — der Spruch „Definition findet in der Küche statt“, kommt nicht von ungefähr -einschränken. Meiner Meinung nach ist es einfach wichtig, dass man sich gesund, ausgewogen und vor allem bewusst ernährt. Was manche Menschen tagtäglich für „Scheiss“ in sich hineinstopfen und sich dann wundern, warum sie wie ein Hefeteig aufgehen, so was kann ich nicht nachvollziehen.

Manchmal bekommt man auch einen Seitenhieb von den Kollegen wie „Naa, trinksch keis Bier, will d’Angst hesch, dass dick wirsch?!“ Aber solche Sticheleien gehören dazu und sind nicht weiter schlimm, die kann man gut wegstecken, denn mein Tun & Handeln, sofern dies noch in einem anständigen Rahmen ist, muss in erster Linie für mich stimmen.

Auch der Adonis-Komplex — trotz meist schon gut trainierter Muskeln fühlt man sich immer noch als ein halbes Hemd — ist eine nicht zu unterschätzende Tatsache in diesem Sport. Die eigene Freizeit wird von Ernährung & Training bestimmt. Zeit für seine Freunde findet man nur noch selten und man verbringt mehr Zeit in der Küche und im Studio als sonst wo.
Ich habe von einem Bekannten aus dem Studio gesagt bekommen, dass er gar keine Zeit für eine Beziehung hätte, da er so auf das ganze Training und Rundherum fixiert ist. Das finde ich dann nur noch krass und bedenklich.

Was ich oft auch beobachte, ist die Tatsache, dass sich die Leute untereinander vergleichen — Hey, Leute, wacht auf!
Es ist komplett „Wurscht“ mit wie viel Gewicht der Paul oder die Gertrud trainiert!!! Ihr trainiert für euch und nicht für die anderen! Lieber ihr packt ein paar Kilos weniger drauf und macht dafür die Übung sauber anstatt das ihr möglichst viel Gewicht rauf klatscht und die Übung nur halb durchführt und bei der zweiten Wiederholung schon abbrecht.

Zum Abschluss kann ich nur sagen, ihr trainiert in erster Linie für euch! Eure Freunde und Beziehung sollten immer an erster Stelle stehen. Und ein spezieller Tipp an die Frauenwelt — schlussendlich zählt doch der Charakter, denn alles andere ist nur eine schöne Verpackung 😉